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Vortrag am Dienstag, 16. Juni 2026, 18.30 Uhr

Geköpft, gehängt, gerädert – frühneuzeitliche Strafpraxis aus archäologischer Sicht 
Referent: Dr. Thomas Becker

Die Stätten der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Strafpraxis prägen uns im modernen Alltag mehr, als uns im Allgemeinen bewusst ist. Straßennamen oder Flurbezeichnungen deuten die Existenz dieser Plätze noch heute an. Doch selten sind an diesen Hochgerichten noch Spuren ihrer ehemaligen Funktion zu sehen. Dabei muss es von ihnen mehrere Tausend in Deutschland gegeben haben. Sie stellen ein interessantes Forschungsobjekt für spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Strafpraxis dar. In interdisziplinärer Arbeit können diese Plätze aus historischer, landeskundlicher, archäologischer und anthropologischer Seite erforscht werden. Diese vor allem in den letzten Jahren intensivierte Erforschung hat das Bild dieser Anlagen, aber auch einzelne Schicksale von Bestraften erweitert. Im Rahmen des Vortags wird ein Überblick über die Methodik der Richtstättenarchäologie und die Erkenntnisse der Forschung gegeben.