Turmstandort am Limes nachgewiesen (2019/07)

Der Obergermanisch-Raetische Limes steht bereits seit langer Zeit im Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Mithilfe unterschiedlichster Methoden konnten bis heute große Teile der antiken Grenze einschließlich der zugehörigen Bauwerke erfasst werden.

Dennoch gibt es immer noch Bereiche, die weiterer Forschungen bedürfen. Daher startete die Generaldirektion Kulturelles Erbe im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit Posselt & Zickgraf Prospektionen GbR ein Projekt, um vorhandene Forschungslücken am Limes zu schließen. Mithilfe moderner, nichtinvasiver Prospektionsmethoden sollten an ausgewählten Stellen der Verlauf des Limes untersucht sowie vermutete Turmstellen und Kastellplätze verifiziert werden. Im März 2019 wurden in einer ersten Projektphase 18 Flächen mit einer Größe von insgesamt etwa 13 ha mit geomagnetischen Verfahren untersucht.
Durch die geomagnetischen Untersuchungen konnte in Rheinbrohl erstmals der Wachtposten 1/2 eindeutig nachgewiesen werden. Bislang wurden die Standorte der Wachtposten 1/1 bis 1/4 nur vermutet, da sie weder durch Grabungen noch durch Oberflächenfunde bekannt waren. Somit handelt es sich bei Wachtposten 1/2 um die erste sicher nachgewiesene Turmstelle am Obergermanisch-Raetischen Limes. Der Standort mit Graben und Turmresten ist deutlich im Messbild erkennbar. Wegen einer massiven Störung nördlich des Turmes ist der ehemalige Limesverlauf nicht mehr sichtbar. Aufgrund der insgesamt hervorragenden Ergebnisse wird das Projekt in nächster Zeit fortgeführt, sodass weitere Flächen untersucht werden können.
Text: J. Schamper, GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz

Abbildung:

Abb. 1

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Rheinbrohl. Der bisher nur vermutete Standort des „Wachposten 1/2“ im Messbild der Magnetometerprospektion. Foto: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz / Posselt und Zickgraf Prospektionen GbR

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